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Gästeabend am 26. April 2007 "Die Templer und ihr Mythos" |
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Zu dem Gästeabend mit dem Historiker Jörg Dendl aus Lahr kamen acht Gäste und zehn Brüder. Sie hörten einen einstündigen Vortrag, in dem der Referent fundiert, faktenreich und anschaulich die Geschichte des Templerordens skizzierte – und dies in fast freier Rede. Der Orden der Tempelritter ist noch immer umgeben von Rätseln und Geheimnissen. Alle Mythen, die sich um die Templer ranken, halten dem umfassenden Blick des Historikers nicht stand, wie Dendl darlegte. Am 13. Oktober jährt sich zum 700. Mal das Ende der Templer – eines großen Ordens. „Geschichte und Mythos haben fast nichts miteinander zu tun“, meinte Dendl. Der Templerschatz, die Behauptung, die Templer seien bereits in Amerika gewesen – „das ist alles ausgeforscht“, sprich widerlegt, sagte der Referent. Überlebte Mythen würden transportiert, um Bestseller zu produzieren.1119 wurde der Orden der kämpfenden Mönche in Jerusalem gegründet, damit Ritter in den „gesegneten Kampf gegen Heiden“ ziehen sollten. Dies hatte, so der Historiker, letztlich vor allem wirtschaftliche Gründe. Die Templer hatten, anders als oft behauptet, laut Dendl keine eigene Mystik, keine eigene Spiritualität; sie waren Soldaten, die kämpften und beteten. Die Templer waren, wie ein Bruder in der anschließenden Diskussion befand, am ehesten vergleichbar mit einer Fremdenlegion.Geld hatten die Templer viel, wie Dendl darlegte, vor allem durch Spenden. Ganze Dörfer wurden dem Orden vermacht. Letztlich entstand ein europaweites Wirtschaftsimperium. Ende des 13.Jahrhunderts hatten die Templer jedoch eigentlich nichts mehr zu tun. „Sie saßen da, mit dem Schwert auf den Knien“, so Dendl. Vor allem die während des Prozesses gegen die Templer zwischen 1307 und 1314 festgehaltenen Aussagen der Zeugen geben immer wieder Spekulationen Nahrung, wonach es ein Geheimnis im Orden gab, dass die Mönchsritter vom christlichen Glauben abgefallen waren. In Wahrheit aber suchte man nach einem Vorwand, an das Geld der Templer zu kommen: Der französische König Phillip IV. brauchte Geld, und so wurden unter Folter Geständnisse erzwungen. Den Vorwurf, die Templer hätten den Islam übernommen, bezeichnete der Referent als „Fiktion, um den Orden kaputt zu machen“.Knapp 100 Templer seien verbrannt worden, die Masse der Templer aber habe Absolution erhalten. Die Templer wurden weder ausgerottet, noch sind sie in den Untergrund gegangen.“Letztlich war es ein ebenso interessanter wie ernüchternder Vortrag. Die Templer-Mythen, so zeigte der Historiker, entstanden vor allem dadurch, dass manche Schriftsteller wegen des Verkaufserfolgs Wollen einzelne Fakten willkürlich herausgreifen, isolieren und dann zum Teil wild ausschmücken. (cw)
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